1. Ausgangslage
Das Föderative Informationsmanagement (FIM) wurde als Lösungsansatz für die Umsetzung der Informationspflichten und der elektronischen Verfahrensabwicklung gemäß Art. 7 und 8 der Dienstleistungsrichtlinie entwickelt. (Vgl. Kapitel D, S. 84 ff. des Projektberichtes "Blaupause")
Kernidee des FIM ist es, Informationen zu Verfahren und Formalitäten, die für die Aufnahme einer Dienstleistungstätigkeit bedeutsam und bundesweit einheitlich gültig sind, zentral zur Verfügung zu stellen, damit diese dezentral genutzt und um spezifische (= lokale, regionale oder einrichtungsbezogene) Informationsbausteine ergänzt werden können ("Stammtext- und Ergänzungsmodell" / "Content-Syndication"). Der Lösungsansatz orientiert sich dabei an bestehenden Kooperationsverbünden (Bund / Länder, Länder, Kammern und EU-Ebene).
2. FIM Plus
Die Online-Angebote der öffentlichen Verwaltung werden immer vielfältiger - für viele Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen werden sie damit zunehmend undurchschaubarer. Durch unterschiedliche Begriffswelten und neudeutsche Verwaltungsanglizismen drohte mit der Einführung von eGovernment gleichzeitig ein digitales "Verwaltungs-Babylon".
Mit der "Geschäfts- und Koordinierungsstelle LeiKa/BFD" wurde im Jahr 2008 ein Signal gesetzt, um diesem Trend rechtzeitig zu begegnen. Mit dem "Leistungskatalog (LeiKaPlus)" hat die Zusammenarbeit fast aller Bundesländer erstmals ein einheitliches, vollständiges und umfassendes Verzeichnis der Verwaltungsleistungen über alle Verwaltungsebenen hinweg geschaffen. Beide Leitprojekte, "LeiKaPlus" und "Behördenfinder Deutschland (BFD)", hat der IT-Planungsrat inzwischen in seinen Projekt- und Anwendungsplan aufgenommen.
Auch die EU-Dienstleistungsrichtlinie hat ihre Spuren hinterlassen. Bisher hat das Teilprojekt "Föderatives Informationsmanagement (FIM)" zwar noch nicht die erwartete Wirkung entfaltet, im Kontext von D115 nimmt es jedoch gerade neue Gestalt an. Es könnte im Jahr 2011 als "FIM Plus" weiter ausgebaut werden.
Zur Vorbereitung dieses Kooperationsprojektes trafen sich Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zu einer Programmkonferenz am 14. und 15. Dezember 2010 in Halle. Im Rahmen dieser Konferenz wurden die bisherigen Ansätze von FIM konstruktiv-kritisch hinterfragt.
Als Ziel wurde die Entwicklung eines Anforderungskatalogs zur effektiven und rechtssicheren Entwicklung von redaktionellen Inhalten und einer entsprechenden Projektstrategie aus dem Kreis der beteiligten LeiKa- und FIM-Partner bestätigt. Aufbauend auf bereits vorhandenen Ergebnissen wie dem Leistungskatalog mit Leistungsbeschreibungen (LeiKaPlus) sowie im Kontext weiterer Themenfelder, wie Prozesswissen, -verwaltung, -pflege und Austausch (Nationale Prozessbibliothek) oder D115, sollen neue Perspektiven entwickelt werden.
Erste Ergebnisse des Workshops sowie ein Ausblick auf zukünftige Handlungsfelder von "FIM Plus" stehen ab Februar 2011 zur Verfügung.